Nordkap-Südkap:
060212
Eitelkeit
Heute bin ich 743 km gefahren, zwischen Lambert’s
Bay und Cape Agulas und dann weiter nach Kapstadt.
Nach Kapstadt zu fahren ist natürlich, aber dann 200
km weiter zu fahren, um auf einem Felsen zu seitzen war
vielleicht ein Zeichen von Eitelkeit. Die Zeitschrift Vanity
Fair ist wie eine Fachzeitschrift im Vergleich. Aber, wie
ich immer behaupte: „Man fährt bis man da ist.“
Aber auf disem Felsen zu sitzen, das Meer überblicken
und eine Zusammenfassung der Reise zu machen, ist selbstverständlich
auf nur ein Paar Zeilen unmöglich.
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Ein Inzident kommt mir direkt in den Kopf, was zwischen Dilla und
Moyale in Äthiopien wirklich passierte. Alles hätte an dem
Tag schief gehen können. Die Straße machte kehrt, Ian nicht.
Nach einer richtig langen Gerade folgte eine scharfe Kurve und Ian
war darauf nicht vorbereitet. Er versuchte abzubremsen, statt umzulegen
und die Kurve zu attackieren.
Außen war ein steiler, tiefer Hang, aber Ian war smart genug,
das Motorrad rechtzeitig zu verlassen. Ich fand ihn obehalb und etwas
vor dem Motorrad.
Helm, Schulter und Ellbogen hatten als Bremse fungiert. Meine größte
Sorge war, dass er vielleicht vom Rückspiegel beim Verlassen
des Motorrads im Bauch getroffen war. So habe ich die Milz einmal
verletzt. Nach 40 Minuten fand ich im nächsten Dorf einen Arzt,
der sogar ein Blutdrucksgerät hatte. Für 100 Gelder hat
er Blutdruck gemessen und fand 140 durch 100. Erleichterung! Mit einer
inneren Blutung hätten wir Probleme gehabt, ihn reichtzeitig
zu einem fähigen Chrirurgen zu bringen.
Am folgenden Tag fuhr Ian im Chevrolet und Mikko fuhr sein Motorrad.
Ich legte eine Sperre auf die ganze Geschichte, da ich den Medien
nicht traue.
Zahlenmäßig sieht die Reise auch interessant aus: Ich bin
21.272 km mit Motorrad von Nordkap nach Südkap gefahren. In Europa
waren es 8.463 km Motorrad und zwei Fährfahrten von insgesamt
200 km. In Afrika waren es 12.809 km mit Motorrad und eine 400 km
lange Bootsfahrt.
Für mich persönlich ist die Welt kleiner geworden. Es ist
komisch, dass es im Touristentempo möglich ist, in nur 44 Fahrtagen
vom nördlichsten zum südlichsten Punkt der Erde zu kommen.
Wir waren 13 Tage schneller, als ich geplant hatte und ich dachte,
mein Plan war eng genug.
Als Abschluss muss ich hinzufügen, dass die Motorräder zuverlässig
wie Atomuhren liefen. Der Verbrauch lag am niedrigsten bei 4,3 Liter
pro 10 Kilometer und am höchsten bei 6,7 Liter. Was wir selber
nicht kaputt fuhren, war ein defektes Federbein, das den Geist aufgab.
Mikko und Stefan haben ihre Aufgaben hervorragend gelöst und
bessere Reisegesellschaft als Ian und Lukas muss man suchen gehen.
Danke Lukas, dass du die Reise möglich machtest und ich schließe
den Bericht mit Lukas Kampfruf, oft hinter dem dunklen, heruntergeklapptem
Visier gerufen: „Gib Gas, PG, gib Gas!“
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Per-Gunnar
Lundmark
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Per-Gunnar
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Updated
2006-02-17
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