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Super Unternehmer

450 km heute zwischen Wüsten-Camp und Deeba, heiß genug und der erste richtige Tag in Afrika, ein langer, harter Tag.

Es war nach Mitternacht, vor wir soweit waren. Der Mond stand hoch am Himmel, mitten in nirgendwo zwischen Dongola und Wadi Halfa. Musste einfach ein Foto von unserem Tentipi-Hilton, fünf Sterne, voll ausgestattet außer Schuhputzmaschine.

Der erste Stopp des Tages, für ein kurzes Gespräch und plötzlich taucht die einheimische Bevölkerung auf.
Als der Tank langsam leer wurde auf dem anstrengendem Weg zwischen Wadi Halfa und Dongola sahen wir eine Hütte mit einem verblassten Coca Cola-Schild am Straßenrand. Wir hielten an, Getränke und Brot. Betreiber war Mohammed, ein herrlicher Kerl. Zuerst verkaufte er uns Brot und Cola, dann Kaffee und verstand schließlich, dass wir Benzin brauchten. Blitzschnell zauberte er einen Kanister her, vier Liter. Ian zweifelte auf den Inhalt aber ich meinte, er sollte es ja wissen, da er sich mit Petroleumprodukten auskennt. Ian schulterte sofort die Expertenrolle und nach einem kurzen Riecher antworterte er: „Bleifrei, 95.“

Und eine Busgesellschaft hatte Mohammed auch – zwei Kerle von zwei Kontinenten und beide im Besitz von Unternehmungsgeist, Mangelware in Schweden, vor allen im Norden. Nach einer Weile in der Wüste mit nur Felsen und Sand ist es ein Erlebnis, den Nil auftauchen sehen, wo das Leben ganz andere Voraussetzungen hat.

Es ist eine sonderbar wechselhafte Landschaft, die wir hier genießen. Fragt sich nur was die mitteleuropäische Polizei von diesem Transport sagen würde. Ich zählte bis zu 24 Personen auf einem Toyota Hilux. In vielen Ländern sind inzwischen Sicherheitsgürte angesagt, aber ich weiß nicht wie viele Gürte der Unternehmer in Sudan für seinen Hilux hat.

Die Fähre über den Nil zu finden, war nicht leicht. Meine Karte sagte etwa 40 km nördlich von Gondola und mit etwas GPS – von Lukas abgewertet – tauchte die Fähre auf. Es war vielleicht eine Fähre hier einmal, heute waren es kleine Holzboote, nicht viel größer als meins in Kimtjärn. Es musste also noch eine Überquerung geben, tat es auch, gegenüber der Stadt Gondola. Menschenmengen, eine positive Stimmung und ein toller Kommerz, wo alles auf der Erde gehandelt wird. Ich liebe den Puls solcher afrikanischer Märkte.

Es war der erste richtige Tag in Afrika, hart für alle im Team. Heute fanden Mikko, Stefan und Ian aus, wie die Dakar ist, wenn es hart wird. Die Theorie „Der beste Weg drum herum ist gerade durch“ klingt einfach, ist aber in der Praxis weniger selbstverständlich.

Autos und Motorräder waren heute und diese Nacht getrennt von einander. Wir fuhren die Motorräder so weit es ging im Tageslicht, fanden aber dann keine Übernachtung. Ich navigierte so gut es ging, fand aber, dass das Risiko in der Dunkelheit zu groß war. Ich benutzte das Prinzip vom Norden und fuhr nach dem ersten auftauchenden Licht. Die These ist, wenn Licht da ist, gibt es auch Menschen und vielleicht einen Schlafplatz zu kaufen. Es war ein Moschee und, ja, wir durften übernachten. Als alle herausgingen, die Motorräder zu bewundern, meinte Lukas es wäre eine Bin Laden-Schule und wir fuhren weiter.

Schließlich fanden wir ein Hotel in Deeba, das Blue Star Hotel, und hinter der Tür stand eine Ziege und kaute an etwas Unidentifierbares. Komisch, aber dieses Hotel war nicht auf der Michelin-Karte zu finden!

Essen heute waren zwei Brote und ein Spiegelei. Wir schliefen mit den Motorradklamooten als Decke. Der Duft von drei dreckigen, verschwitzten Herren war für Mücken unwiderstehlich. Mückennetze und Essen lagen schön verstaut in Mikkos Auto. Ian hatte in seinem gut asgestatteten Tankrucksack etwas Mückenspray. Ich kreuzte mich dreimal, spuckte auf die schwarze Katze und schlief mit Ians Trostspruch ein: ”Es ist keine Malaria-Saison!”
/PG




     
   






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Updated
2006-01-21