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Kontraproduktiv

Heute kamen Ian und Lukas im Taba Flughafen an und wir wollten die Motorräder vom Zoll holen. Ich rechnete mit maximal einer Stunde, wurde aber bitter enttäuscht. Es ging ja eigentlich nur darum, zwei Fahrer und zwei Reisepässe zu zeigen. Es dauerte fast fünf Stunden. Hätten wir Unsama aus Egypten nicht zur Hilfe gehabt, wären wir vielleicht sogar gescheitert.

Was die ägyptische Bürokratie nicht mochte, waren fünf Fahrzuege und nur drei Fahrer. Dass die zwei fehlenden Fahrer dann mit Flug kamen und nicht durch den Hafen in Nuweiba, wo die Motorräder ankamen, sorgte dann für das nächste Problem. Fahrer und Fahrzeug können nicht einzeln die Grenze überschreiten. Wir beschäftigten sämtliche Zollbeamten eine Weile und hin und weder lief die Diskussion mit einer Lautstärke über 100 Dezibel. Eine Weile glaubte ich sogar, die Schlacht wäre verloren. Irgendwie kamen wir doch aus dem Griff der Bürokratie und Kontraproduktion des Zollamtes los.

Ich habe mich über die Technik im Team amüsiert. Mein Steinzeit-Telefon ist der einzige, der aus Ägypten Bilder senden kann. Mikko liebt Gimmicks, aber nicht einmal sein Ericsson Zig-mal Generation schafft es. Über mein Telefon wurde über die Jahre oft gelacht, ein Ericsson 310, Haiflosse genannt. Jetzt bin ich revanchiert und wünschte nur, dass meine Töchter, die immer von Papas altmodischem Gerätt peinlich berührt sind, dieses ruhmhafte Moment miterleben durften: König im High-Tech. Haiflosse schafft es immer.


Die Laune von Ian und Lukas war gut, trotz einer Wartezeit bis zur Dämmerung.


Ich hate eine einzige Regel für die Fahrt durch Afrika aufgestellt: Nie im Dunkeln fahren. Jetzt sind wir die 450 km von Nuweiba zu einem Punkt südlich von Suez im Dunkeln gefahren. Verstehe nicht warum ich immer meine selbst aufgestellten Regel immer brechen muss.

Ein Bonus war aber die Berglandschaft unter einem Vollmond erleben zu dürfen, das schönste Naturerlebnis in langer, langer Zeit. Fast Tränen in den Augen, hatte ich. Leider keine Zeit, das Kamerastativ aufzubauen, für eine 30-sekundige Exponierung. Es wäre vielleicht das Bild des Jahres.

Bald ist es drei Uhr morgens und Zeit Schlaf zu bekommen. Entscheide hier und jetzt, dass nur Clowns und Hottentotten Texte korrigieren. Preformance direkt, ist die Devise.



 





High Performance Riding
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Per-Gunnar Lundmark
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Per-Gunnar Lundmark
Eva.PG.Lundmark@swipnet.se
Updated
2006-01-18