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Nordkap-Südkap: 051213

Der Reisefieber steigt
Ich spüre jetzt die klassischen Symtome, als das Gehirn sich auf eine längere Abwesenheit von der Familie vorbereitet. Es ist schwierig exakt zu erklären, was passiert, aber ich werde introvertiert und betrachte meine eigene Familie mehr und mehr von Außen.

Das klingt vielleicht etwas zu philosophisch, aber was ich meine, ist, dass ich schon unterwegs bin. Der Körper stellt sich auf eine gewisse Aufgabe ein. So ist es auch mit den Kopf, man bereitet sich physisch und mental vor.
Ich war noch nie von der Familie über Weihnachten weg. Ich weiß auch, dass ein Monat sehr lang sein kann. Ünser jüngster, Adrian, war immer etwas reserviert zu mir, als ich von Dakar zurückkam. Ich hoffe, dass er jetzt älter ist und dass es kein Problem mehr gibt. Jetzt muss ich mich nur fröhlich zeigen und erzählen, dass ich mich über den Urlaub von der Familie freue. Als die Familienplanung anfing, dachte ich mir ein ganzes Eishockey-Team, aber nach dem vierten, war mir klar, dass es andere Sachen als Windel waschen gibt. Ein Vorteil ist, dass ich am Lucia am 13. Dezermber, den ganzen Zug ins Schlafzimmer bekam.

Stefan Wikström, der meinen Supportwagen fährt, scheint nur schwer zu verstehen, dass wir die ersten zwei Nächste im Zelt schlafen wollen. Die erste Nacht am Nordkap und die zweite irgendwo bei Karesuando. Er droht im Auto zu schlafen mit dem Motor im Leerlauf – das Umweltschwein! Ich finde, er soll sich zusammenreißen. Es wird höchstens minus 20, mit etwas Pech vielleicht 35. Er weiß aber nicht, dass ich fürs Zelt einen Dieselheizer habe. Er schafft es, angeneme Temperaturen im Zelt auch für einen Stadtmenschen zu schaffen.






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Updated
2005-12-22